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Ist 5G schneller als Glasfaser?
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Ist 5G schneller als Glasfaser?

Ist 5g schneller als Glasfaser? auf gadgetzone.de

Die Einführung von 5G hat so manchen Aluhut zum Glühen gebracht. Statt Chemtrails und UFOs geriet der neue Mobilfunkstandard ins Visier der Verschwörungstheoretiker. Abseits dieser Bevölkerungsgruppe steht 5G aber für schnelles mobiles Internet. Aber ist 5G schneller als Glasfaser? Wird es unseren Festnetzanschluss ersetzen?

Das Internet

Ohne Internet kommt man heute im Leben nicht wirklich weit. Wann immer uns eine Frage quält, greifen wir zum Smartphone, dem Tablet, PC, oder fragen unseren Sprachassistenten. Schon ist die Antwort da. Dabei nutzen wir diesen Komfort in allen Lebensbereichen. Egal, ob wir daheim sind, im Büro, oder unterwegs – Wir sind online. Aktuell nutzen wir dazu im Regelfall mehrere Zugänge zum Internet. Einerseits gibt es die Versorgung im Festnetz. Wir nutzen WLAN, oder ein LAN-Kabel um unsere Geräte mit dem Internet zu verbinden. Unterwegs nutzen wir mobile Netze, um online zu gehen. Daheim bezahlen wir dann oft doppelt. Den High-Speed Internetzugang und den mobilen Tarif. Zwar ist das Datenvolumen in den meisten Handyverträgen limitiert, wie man aber hier bei 1&1 sehen kann, ist das inkludierte Datenvolumen mehr als ausreichend für die meisten Anwendungen.

Bandbreite

Ein gutes Argument für die doppelten Kosten daheim, ist allerdings die Bandbreite. Die Bandbreite beschreibt, welche Datenmenge pro Zeiteinheit übertragen werden kann. Die Angabe ergolgt normalerweise in Bit pro Sekunde. 1024 Bit bezeichnet man als Megabit. 1024 Megabit sind ein Gigabit. Wird die Bandbreite als beispielsweise mit 100 MBit/s angegeben, dann können 100 Megabit in einer Sekunde übertragen werden. Hier besteht akute Verwechslungsgefahr mit dem MB, dem Megabyte, das wir von Größenangaben von Dateien kenne. Ein Megabyte entspricht 1024 Byte. Ein Byte besteht auf 8 Bit. Kennt man diese Daten, kann man sich ausrechnen, welche Datenmenge in Byte pro Sekunde über die Datenleitung übertragen werden können. Im Beispiel sind das 12,5 Megabyte. Man dividiert die angegebenen Megabit durch 8 und erhält die Megabyte. Eine weitere interessante Angabe bezieht sich auf Download und Upload. Laden wir etwas aus dem Internet herunter, dann handelt es sich um einen Download. Übertragen wir etwa ein Bild ins Internet, dann spricht von Upload.

Mobilfunk

Unterwegs sind wir auf den jeweiligen Mobilfunkstandard angewiesen. Aktuell waren wir mit LTE eine Bandbreite von 150 MBit/s gewöhnt. In der Stadt sind auch 300 MBit/s und eine Downloadrate von bis zu 1000 MBit/s. 5G verspricht Datenübertragungsraten von bis zu 10GBit/s. Damit vervielfacht sich die Datenübertragungsrate. Ist man unterwegs und hat den passenden 5G-Handytarif, dann kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit schneller Surfen, als daheim. Insgesamt verspricht 5G also eine neue Ära des mobilen Internets. Neue mobile Anwendungen werden möglich und die Entwickler müssen nicht mehr auf die Menge der übertragenen Daten Rücksicht nehmen. Außerdem sinkt die sogenannte Latenzzeit. Das ist vereinfacht gesagt die Zeit, die ein Signal braucht um an der Gegenstelle anzukommen. Auch wenn man etliche Bits gleichzeitig, also parallel über die Datenleitung schicken kann, dauert es etwas, bis die Information durch das Kabel, oder über die Luft übertragen wurde. Diese Latenzzeit ist bei 5G deutlich geringer als bei den bisherigen Mobilfunkstandards. Damit ermöglicht 5G auch zeitkritische Anwendungen, wie etwa das autonome Fahren von Autos. Aber ist 5G schneller als Glasfaser?

Glasfaser

Glasfaser ist ein weiteres Schlagwort, das man hört, wenn man sich mit dem Internet beschäftigt. Es handelt sich um eine Technologie, die beim Festnetzinternet eingesetzt wird. Glasfaser kommen aber auch in der Verkabelung von Gebäudeteilen in den Netzwerken von Firmen zum Einsatz. Normalerweise werden Daten über Kupferleitungen übertragen. Die theoretische Geschwindigkeit von Strom ist die Lichtgeschwindigkeit. Allerdings leistet das Kupfer im Kabel elektrischen Widerstand. Das hat zwei Folgen. Einerseits sinkt die Geschwindigkeit des Stroms um etwa ein Drittel. Außerdem ist die maximale Länge eines Kuferkabels beschränkt. Über eine Länge von 100 Metern kann man bis zu 10 GBit/s über Kupfer übertragen. Also braucht man alle 100 Meter einen Verstärker. Sind zwei aktive Komponenten mehr als 100 Meter voneinander entfernt, ist Kupfer nicht mehr, oder nur mit geringerer Geschwindigkeit möglich. Bei Glasfaser fallen diese beiden Nachteile weg. Hier kommt tatsächlich eine durchsichtige Glasfaser zum Einsatz. Die verbundenen Geräte senden über zwei solche Fasern Informationen hin und her. Dazu wird mit einem Laser ein Lichtimpuls gesendet und am anderen Ende gelesen. Es gibt keinen Verlust und kein Limit hinsichtlich der Länge. Die Bandbreite ist in beiden Fällen durch die Empfangsgeräte limitiert. Bei Glasfaser sind aktuell 100 GBit/s normal. Der Bandbreitenrekord von Glasfaser liegt allerdings bei 178 Terabit pro Sekunde.

Ist 5G schneller als Glasfaser

Die Antwort ist also eindeutig. 5G ist mit 10GBit/s limitiert. Glasfaser ist mit deutlich höheren Geschwindigkeiten möglich. Allerdings darf man nicht davon ausgehen, dass man bis zum Router des Festnetzinternets eine Glasfaseranbindung erhält. Damit schließen die Anbieter lediglich ihre Verteiler und gegebenfalls die Wohnhäuser auf. Für die letzte Strecke kommt normalerweise immer noch Kupfer zum Einsatz. Außerdem sind die Festnetzinternettarife in ihrere Bandbreite limitiert. Je nach Vertrag kann also auch ein Glasfaseranschluss langsamer sein, als 5G. Das relativiert die Antwort wieder. Technisch gesehen bietet Glasfaser deutlich mehr Bandbreite als 5G. In der Praxis ist die Bandbreite aber oft deutlich unter 10 GBit/s beschränkt, wodurch im direkten Vergleich 5G die Nase vorne hat. Allerdings gibt es noch einen Umstand, den man bedenken muss.

Abdeckung innen

5G arbeitet mit zwei Frequenzbändern. Die höhere Frequenz, über die die höheren Geschwindigkeiten realisiert werden, sind aber sehr leicht abzuschirmen. Betonwände und Wärmeschutzverglasung können ausreichen, um die Verbindung deutlich langsamer zu machen. Manchmal kann sie auch komplett unmöglich sein. Die ohnehin schon geringe Reichweite von 5G wird durch Hindernisse noch weiter reduziert. Will man 5G als Ersatz für das heimische Festnetz verwenden, muss man also unbedingt zuerst prüfen, ob der Empfang auch im ganzen Wohnbereich möglich ist. Ist das der Fall, dann ist 5G die bessere Wahl.

Gadgetzone.de GadgetZone Gründer. Webentwickler & -designer und absoluter Technikfreak.